Aluminium

allgegenwärtiges Leichtmetall

TEXT: MONIKA LENZER

Vom Flugzeug bis zur Grillschale: Aluminium befindet sich überall. Doch wie sicher ist es für uns Menschen tatsächlich?

Wir begegnen Aluminium jeden Tag – schliesslich ist es das dritthäufigste Element der Erdkruste. In der Natur kommt es überwiegend in schwer wasserlöslichen Verbindungen vor, doch es kann auch in Trinkwasser und Nahrung gelangen. Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem in Gewürzen, Kakao, Tee, Muscheln und Ölsaaten hohe Konzentrationen vorliegen können. Hinter der Nummer E 173 verbirgt sich übrigens elementares Aluminium, das als silbrig-glänzender Lebensmittelfarbstoff für die Verzierung von Zuckerwerk und anderen Backwaren verwendet wird. In der Küche hat das Metall Aluminium genauso seinen festen Platz. Es ist Bestandteil von Kochgeschirr, Trinkflaschen und Grillschalen. Da Aluminiumionen durch Säuren und Salze leicht freigesetzt werden, sollten keine aluminiumhaltigen Töpfe und Pfannen für Lebensmittel wie Salzheringe, Apfelmus, Rhabarber oder Tomatenpürree verwendet werden.

Maximalwerte

Untersuchungen haben gezeigt, dass Aluminium durch den Gastrointestinaltrakt, die Haut und Lunge nur gering resorbiert wird. Vor allem über die Niere wird aufgenommenes Aluminium in der Regel wieder ausgeschieden. Bei einer täglichen Aufnahme von 5 bis 125 mg Aluminium wurde bei gesunden Männern keine Akkumulation in einer Studie festgestellt.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat mittlerweile für Aluminium als maximal tolerierbare Aufnahmemenge 1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht pro Woche definiert. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzt, dass allein die Hälfte über Lebensmittel aufgenommen wird.

Problematische Dialyse

Kritisch kann es werden, wenn die Resorptionsbarriere umgangen wird, vor allem wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist. So trat in den 1970er-Jahren das Phänomen der Dialyse-Enzephalopathie auf. Damals erhielten die Patienten hohe Konzentrationen an Aluminium über die Dialyselösung, was zu einer toxischen Akkumulation führte. Die Folge waren neurologische Symptome wie Krampfanfälle, Sprachprobleme und Verwirrtheit bis hin zu Demenz. Daneben wurden Knochenbrüchigkeit und Blutarmut beobachtet. Es dauerte ein paar Jahre, bis der Zusammenhang schliesslich erkannt und auf eine aluminiumfreie Dialyseflüssigkeit gewechselt wurde. Der Vorfall hat gezeigt, dass sich zu hohe Aluminiummengen vor allem auf die Knochen, das blutbildende System und das Gehirn auswirken.

Aluminium und Alzheimer

Es wird vielfach diskutiert, ob Alzheimer durch Aluminium ausgelöst werden könne. So ermittelten Wissenschaftler bereits in der 1970er-Jahren eine erhöhte Aluminiummenge in den Gehirnen von verstorbenen Alzheimer-Patienten. Doch dies kann damit zusammenhängen, dass sich in kranken Nervenzellen leicht Gifte aus der Umgebung ablagern. Beispielsweise wurden auch erhöhte Mengen an Kupfer oder Quecksilber gefunden. Insgesamt gibt es bisher keine Studie, die den eindeutigen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer belegen kann.

Gefährliche Deos?

Des Weiteren gibt es immer wieder Diskussionen, ob aluminiumhaltige Deos möglicherweise Brustkrebs auslösen können. Dies beruht auf Untersuchungen, bei denen höhere Aluminiumkonzentrationen im Brustgewebe von Frauen mit Brustkrebs gemessen wurden. Hinzu kommt, dass ein Forschungsteam beobachtet hat, dass Aluminium bei Brustzellkulturen In-vitro-Mutationen triggern kann. Entwarnung geben Daten, wonach nur sehr geringe Mengen an Aluminium aus Antitranspirantien in den Körper aufgenommen werden. Die Studie aus dem Jahr 2019 zeigte eine Aufnahmerate von nur 0,00192 Prozent. Aus diesem Grund kam das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum Schluss, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch die Aluminium-Aufnahme über die Haut als unwahrscheinlich einzustufen sei.

Interessierte Personen können übrigens eine Haarmineralanalyse machen, um die persönliche Belastung mit Aluminium abzuschätzen.

Foto: ©Schlierner/AdobeStock

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