Grippeimpfung
Empfehlenswerter Schutz
TEXT: JÜRG LENDENMANN
Jährlich verursacht die Grippe in der Schweiz bis zu 275 000 Arztkonsultationen und mehrere hundert Todesfälle. Vor allem Menschen über 60 Jahren sind davon betroffen. Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko wird die Grippeimpfung empfohlen.
Die Grippe (Influenza) ist eine häufige und hoch ansteckende Infektionskrankheit. Ihre wichtigsten Symptome sind hohes Fieber, trockener Husten sowie Hals- und Gliederschmerzen. Die am stärksten betroffenen Altersklassen sind Kinder bis zu vier Jahren und Personen ab 65. Für Menschen von Risikogruppen (siehe unten) besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen.
Ausgelöst wird die Grippe durch Influenzaviren der Gattungen Influenza A und Influenza B, die zu den RNA-Viren gehören. 90 bis 99 Prozent aller Grippefälle werden durch Influenza A verursacht. Anfang 2026 wurden hauptsächlich Viren der Subtypen A(H3N2) und A(H1N1) nachgewiesen. Bei den B-Viren gibt es die Victoria-Stammlinie; die Yamagata-Stammlinie konnte seit 2020 dank der Massnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht mehr nachgewiesen werden.
Impfung: die wirksamste Vorbeugung
Das Risiko einer Erkrankung und von Komplikationen lässt sich durch eine Grippeimpfung im Herbst reduzieren. «Die Grippeimpfung ist die einfachste, wirksamste und kostengünstigste Vorbeugung, um sich und zugleich seine Mitmenschen vor einer Grippeerkrankung und deren Komplikationen zu schützen», schreibt das BAG.
Die meisten Grippeimpfstoffe werden aus infizierten embryonierten Hühnereiern hergestellt. Der Impfstoff für den Herbst wird jedes Jahr gemäss den aktuellen Empfehlungen der WHO angepasst. Die WHO wählt jeweils vier Virenstämme anhand von laufend aktualisierten epidemiologischen Grippedaten aus. Je nach Saison und den geimpften Personen schätzen Studien die Wirksamkeit der Grippeimpfung auf 20 bis 80 Prozent. Da der Schutz nach einigen Monaten abnimmt und sich Grippeviren laufend verändern, sollte die Impfung jährlich erneuert werden.
Wer sich impfen lassen sollte
«Die Grippeimpfung wird empfohlen für Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko: Personen ab 65, schwangere Frauen, Frühgeborene bis zwei Jahre sowie Personen mit chronischen Erkrankungen. Um diese Menschen besser zu schützen, sollten nicht nur sie selbst, sondern auch alle, die in regelmässigem, nahem Kontakt zu ihnen stehen, gegen die Grippe geimpft sein. Dazu zählen unter anderem nahe Angehörige, Säuglingsbetreuende und Gesundheitsfachpersonen», schreibt das BAG. Ebenso empfiehlt es die Impfung allen Personen mit einem regelmässigen Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln.
Seit 2025 empfiehlt das BAG: «Personen im Alter ab 75 Jahren sowie bei Personen im Alter ab 65 Jahren mit einem zusätzlichen Risikofaktor gemäss obenstehender Liste sollen für einen besseren Schutz vorzugsweise einen Hochdosis-Grippeimpfstoff erhalten. Für diese Personen ist die Impfung mit einem Hochdosis-Grippeimpfstoff vergütet.»
Foto: ©Axel Kock

Newsletter
Jetzt anmelden!

