Wie sich Delfine unterhalten
Wissen in Kürze
TEXT: REDAKTION
Delfine leben in sozialen Verbänden, navigieren und jagen mithilfe von Schall und produzieren ein reiches Repertoire an Pfeiftönen und Klicks. Seit Langem werden individuelle «Namenspfiffe» der Tiere diskutiert. Jetzt hat ein internationales Team aus Meeresforschern und Neurologen die gesammelten Audioaufzeichnungen mit einem bemerkenswerten Ergebnis ausgewertet: Delfine nutzen wiederkehrende, gemeinsam genutzte Signaltypen, die funktional an «Wörter» erinnern könnten. So konnten unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz tausende Stunden von Tonaufnahmen segmentiert, feine Unterschiede in Frequenzverlauf, Dauer und Modulation spezieller Pfeiftypen herausgearbeitet und diese mit beobachteten Verhaltensereignissen in Beziehung gesetzt werden. Solche Pfeiftypen wurden anschliessend in freier Wildbahn getestet. Bei der kontrollierten Wiedergabe zuvor aufgezeichneter Laute zeigten Delfingruppen bestimmte Verhaltensantworten auf einzelne Pfeiftöne. Neben individuellen Signaturpfiffen (z. B. «Hier bin ich») existierten stereotype, von mehreren Tieren genutzte Pfeifton-Typen, die in vergleichbaren Situationen auftreten («Achtung» oder «Was ist das?»). Die Wissenschaftler betonen, dass die sozialen Pfeiftöne zwar «wortartig», aber noch keine «Vokabeln» im lexikalischen Sinn sind. Ob Delfine Bedeutungen kombinieren oder gar abstrakte Dinge bezeichnen können, bleibt offen.
Quelle: www.forschung-und-wissen.de (bioRxiv: Laela Sayigh doi: 10.1101/2025.04.21.647658
Bild: ©skvalval_AdobeStock

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