Vielversprechendes Angriffsziel gegen Multiple Sklerose
Wissen in Kürze
TEXT: KLAUS DUFFNER
Etwa einer von 500 Menschen in der Schweiz ist von Multiple Sklerose betroffen, bei der eigene Immunzellen das zentrale Nervensystem angreifen. Die derzeitigen gegen das Immunsystem gerichteten Behandlungen sind zwar wirksam, sie können jedoch potenziell schwerwiegende Infektionen auslösen. Ein Team der Universität Genf und der Universitätskliniken Genf hat nun einen Subtyp von Immunzellen bei neu diagnostizierten MS-Patienten identifiziert, der möglicherweise eine entscheidende Rolle beim Fortschreiten der Krankheit spielt.
Die Forscher konnten nachweisen, dass eine kleine Zahl von Lymphozyten den sogenannten c-Met-Rezeptor tragen. Diese weissen Blutkörperchen erweisen sich als besonders entzündungsfördernd und können die Blut-Hirn-Schranke leichter überwinden, um das Gehirn anzugreifen. Würde man diese c-Met-Rezeptor herstellenden Lymphozyten spezifisch ausschalten, so die Idee der Wissenschaftler, könnte die weitere Progression der Erkrankung bei MS-Patienten mit deutlich weniger Nebenwirkungen aufgehalten werden. In einem zukünftigen Projekt wird deshalb nach Molekülen gesucht, die spezifisch gegen die c-Met-Rezeptor tragende Lymphozyten gerichtet sind.
Quelle: Universität Genf (Annals of Neurology)
Foto: Artur/AdobeStock

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