Zündeln schon vor 400 000 Jahren
Wissen in Kürze
Text: Redaktion
In der Evolution des Menschen war die Nutzung des Feuers ein entscheidender Schritt. Es ermöglichte das Garen von Nahrung, lieferte Licht und Wärme und hielt wilde Tiere fern. Zwar nutzten Frühmenschen wahrscheinlich schon vor einer Million Jahren das Feuer, allerdings nur natürlich entstandenes Feuer, beispielsweise ausgelöst durch Blitzeinschläge. Bislang ging man davon aus, dass die Fähigkeit, selbst Feuer zu entfachen, viel später entstand. So stammen die ältesten Belege dafür aus einer 50 000 Jahre alten Neandertaler-Fundstätte in Nordfrankreich.
Jetzt haben Wissenschaftler in Barnham in der englischen Grafschaft Suffolk eine wesentlich ältere Feuerstelle gefunden. Dessen Sedimente belegen, dass dort wiederholt Temperaturen von bis zu 750 Grad Celsius erreicht wurden. In der Feuerstelle fanden die Forscher zudem mehrere durch Hitzeeinwirkung zersprungene Faustkeile aus Feuerstein, die typisch für frühe Neandertaler sind. Das Wichtigste jedoch: Zwei an der Feuerstelle gefundene Stückchen Eisenpyrit legen nahe, dass diese Neandertaler das Feuer selbst entzündeten. Mit Eisenpyrit und Feuerstein lassen sich nämlich leicht Funken schlagen. Da Pyrit in der Fundregion sehr selten vorkommt, schlossen die Forscher, dass es absichtlich zum Feuermachen an diesen Ort gebracht worden war. Die Entdeckung verschiebt den Wendepunkt des Feuermachens gewaltig in die Vergangenheit, denn die Neandertaler-Feuerstelle wurde auf ein Alter von 400 000 Jahren datiert – 350 000 Jahre früher als bisher nachweisbar.
Foto: ©style vector/AdobeStock
Quelle: scinexx.de (Nature 2025)

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