Wissen in Kürze
Juni 2025
Niedrig dosiertes LSD ohne Wirkung auf ADHS
Quelle: Universität Basel (JAMA Psychiatry 2025)
LSD ist in hohen Dosen bei psychischen Erkrankungen wie Angststörungen und Depression wirksam. Forschende der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel haben nun erstmals untersucht, ob eine Mikrodosierung dieser halluzinogenen Droge die Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verringern kann. Für die placebokontrollierte klinische Studie erhielten 53 ADHS-Patienten und Patientinnen zweimal pro Woche entweder Placebo oder eine niedrige Dosis LSD (20 Mikrogramm). Bei dieser Menge tritt bereits ein leichter psychedelischer Effekt auf. Bereits nach zwei Wochen berichteten alle Teilnehmer von einer Linderung ihrer ADHS-Symptome. Allerdings war diese Wirkung in der LSD- und der Placebo-Gruppe vergleichbar. Mit anderen Worten: Niedrig dosiertes LSD erwies sich nicht wirksamer als ein Placebo.
Neues Antikörper-Testverfahren reduziert Zahl der Versuchsmäuse drastisch
Quelle: Universität Zürich (PNAS 2025)
Bevor Antikörper und andere Biotherapeutika am Menschen geprüft werden können, sind umfangreiche präklinische Tests an Tieren erforderlich. Bislang werden Antikörperkandidaten einzeln in Tiermodellen analysiert. Dabei werden meist zahlreiche Versuchstiere eingesetzt. Forscher der Universität Zürich (UZH) wollten nun die Anzahl der Tierexperimente respektive der eingesetzten Mäuse reduzieren, indem sie mehrere verschiedene Antikörper gleichzeitig in einem Tier einsetzten. Um die Eigenschaften der Antikörper aus den Plasma- oder Gewebeproben der Mäuse einzeln analysieren zu können, entwickelten die Forscher eine Art Barcodes. Diese bestehen aus definierten Proteinbruchstücken – sogenannten Flycodes –, mit denen jeder Antikörper individuell markiert werden kann. So erkannten beispielsweise zwei in der Krebsmedizin eingesetzte Antikörper zuverlässig den vorwiegend auf der Oberfläche von Tumorzellen befindlichen EGF-Rezeptor. Die gezielte Anreicherung im Tumorgewebe funktionierte auch in einer Mixtur zusammen mit 20 anderen Antikörpern. Nach der Verabreichung an die Maus können die einzelnen Antikörperkandidaten aus dem Gemisch getrennt und separat analysiert werden. Die Flycodes-Technologie würde mit weniger Mäusen qualitativ hochwertige präklinische Daten über die untersuchten Antikörper liefern, so Studienleiter Markus Seeger. Sie erlaube einen direkten Vergleich von Arzneimittelkandidaten unter identischen Versuchsbedingungen. Im Prinzip lasse sich mit der neuen Methode die Anzahl der benötigten Tiere um das bis zu 100-Fache reduzieren, erklärte Seeger.
Effektive Methode zur Behandlung des Vorhofflimmerns
Quelle: Universitätsklinik für Kardiologie und Inselspital Bern (New England Journal of Medicine 2025)
In der Schweiz leiden über 100 000 Personen unter Vorhofflimmern. Zu dessen Behandlung ist die Katheterablation ein fest etabliertes Verfahren, bei der das Herzgewebe, das die unkontrollierten elektrischen Signale auslöst, aufgespürt und anschliessend verödet wird. Die Zahl der Vorhofflimmer-Ablationen ist in den vergangenen Jahren mit über 6000 Eingriffen stark gestiegen. Allerdings können sich nach einer Katheterablation erneut Rhythmusstörungen einstellen, wenn die behandelten Pulmonalvenen sich wieder elektrisch mit dem Vorhof verbinden oder zusätzliche Erregungsherde vorliegen. Seit 2021 steht die Pulsed Field Ablation (PFA) als neue, schonendere Methode zur Behandlung von Vorhofflimmern zur Verfügung. Im Gegensatz zur herkömmlichen Katheterablation, die mit Hitze oder Kälte arbeitet, nutzt die PFA kurze elektrische Impulse, um gezielt die fehlerhaften Herzmuskelzellen auszuschalten. Ein Schweizer Forschungsteam vom Inselspital Bern und dem Universitätsspital Basel verglich nun erstmals in einer randomisierten klinischen Studie mit 210 Patienten und Patientinnen die PFA mit der herkömmlichen Kryo-Katheterablation. Ergebnis: Während in der Kryoablations-Gruppe bei 51 Prozent der Teilnehmer erneut Rhythmusstörungen auftraten, waren es in der PFA-Gruppe nur 37 Prozent. Es sei zu erwarten, dass sich die PFA in den kommenden Jahren weltweit als neuer Goldstandard in der minimalinvasiven Behandlung von Vorhofflimmern etablieren werde, erklärt Christian Sticherling vom Universitätsspital Basel.

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