Knoblauch

Diese intensiv riechende Pflanze wird bereits seit Jahrtausenden eingesetzt

TEXT: MARTIN SAURER

Diese intensiv riechende Pflanze wird bereits seit Jahrtausenden eingesetzt. Dabei dient sie nicht nur als aromatische Zutat vieler Speisen, sondern überzeugt auch durch ihre pharmakologische Wirkung. Einige längst bekannte Eigenschaften sind inzwischen gut untersucht und wissenschaftlich belegt.

In der Schweiz liegt der durchschnittliche Knoblauchkonsum bei etwa einem halben Kilogramm pro Person und Jahr. Als eine der ältesten Kulturpflanze wird Knoblauch vermutlich bereits seit rund 4000 Jahren angebaut. Wahrscheinlich ist sogar die Grossstadt Chicago nach dieser Pflanze benannt: «Shikaakwa» bedeutet «wilder Lauch» oder «stinkende Zwiebel» in der Sprache indigener Völker.

Biologie

Knoblauch (Allium sativum) ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse und erreicht Wuchshöhen von bis zu 90 Zentimetern. Die bläulich-grünen Laubblätter sind flach, linealisch und kahl. Nur selten bringt die Pflanze Blüten hervor. Diese sind in Scheindolden angeordnet, weiss bis rosarot gefärbt und meist steril. Die Ausbreitung verläuft überwiegend unterirdisch und vegetativ. Dabei bilden sich hierzu um eine Zwiebel, auch als Knoblauchzehen bezeichnete Tochterzwiebeln.

Das Ursprungsgebiet des Knoblauchs erstreckt sich von Zentralasien bis in den Nordosten des Irans. Heutzutage wird die Pflanze weltweit kultiviert und kommt oft in verwilderter Form vor. Knoblauch bevorzugt sonnige Standorte und lockere, durchlässige Böden. Da die Wurzeln der Pflanze oberflächlich verlaufen, sind sandige und humusarme Böden wegen erhöhter Austrocknungsgefahr nicht optimal.

Geschichte

Bereits im alten Ägypten wurde Knoblauch als Stärkungsmittel geschätzt; er soll Arbeitern beim Bau der Pyramiden verabreicht worden sein. In der griechischen und römischen Antike wurde Knoblauch zur Behandlung von Infektionen oder Verdauungsproblemen eingesetzt, Hippokrates empfahl ihn ausserdem bei Atemwegserkrankungen. Im Mittelalter galt Knoblauch als Schutzmittel gegen Krankheiten und war ein Mittel der Wahl gegen Epidemien. Auch entstanden zahlreiche Mythen: So sollte Knoblauch vor bösen Geistern und Vampiren schützen. Einige dieser kulturellen Vorstellungen haben sich bis heute gehalten und beleuchten den Stellenwert des Knoblauchs aus einer weiteren Perspektive.

Inhaltsstoffe und deren Wirkung

Knoblauch sammelt verschiedene schwefelhaltige Verbindungen an. Auf derartige Moleküle ist die gesundheitliche Wirkung zurückzuführen. Alliin kommt beim Verletzen der Pflanzenzellen mit dem Enzym Alliinase in Kontakt. Dadurch wird es in Allicin umgewandelt. Dieses wirkt selbst in sehr geringen Konzentrationen antimikrobiell und hemmt Bakterien, Viren und Pilze. Ausserdem ist Allicin Ausgangsstoff für diverse weitere schwefelhaltige Verbindungen. Dazu gehören Diallyldisulfid, Diallylthiosulfonat und vor allem Ajoen, das eine antithrombotische Wirkung zeigt. Durch die Erweiterung von Blutgefässen kann Knoblauch blutdrucksenkende Eigenschaften aufweisen, ausserdem fördert es die Senkung des Cholesterins im Blut. Nicht zuletzt schützen einige antioxidative Inhaltsstoffe vor Zellschäden durch Sauerstoffradikale.

Anwendung

In der Küche verleiht Knoblauch vielen Gerichten einen intensiven Geschmack. Darüber hinaus wird die Heilpflanze zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Dabei kommen standardisierte Präparate wie Kapseln, Tabletten oder alkoholische Auszüge zum Einsatz. Allerdings enthält frischer Knoblauch am meisten wirksame Inhaltsstoffe, ein Teil davon wird beim Erhitzen in der Pfanne allerdings abgebaut.

Einsatz findet Knoblauch vor allem in der Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit sowie zur Vorbeugung gegen Arteriosklerose. Durch ihren Ruf als Stärkungsmittel wird die Heilpflanze auch konsumiert, um aufkommende Krankheiten abzuwenden. Dieser erwünschte Effekt wird möglicherweise durch die antimikrobielle Wirkung des Allicins unterstützt. Ausser geruchsintensiven Ausdünstungen hat Knoblauch kaum Nebenwirkungen und zählt als gut verträglich. Die blutverdünnende Eigenschaft sollte bei Einnahme von Medikamenten mit ähnlichem Effekt allerdings berücksichtigt werden.

Foto: ©Maryna Osadcha_AdobeStock

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