Heilpflanzen Echter Salbei

Ätherische Öle verleihen dem beliebten Küchenkraut ein starkes Aroma

Autor: Andrea Söldi

Obwohl vielen die Heilwirkung dieser Pflanze nicht bekannt ist, kam wohl jeder bereits mit dem Echten Salbei in Kontakt. Ätherische Öle verleihen dem beliebten Küchenkraut ein starkes Aroma, sodass die Pflanze nicht nur im mediterranen Raum die Kulinarik prägt.

Neben seinen wohlriechenden ätherischen Ölen enthält der Echte Salbei noch viele weitere Inhaltsstoffe, die sich der Mensch zunutze macht. So wird die Pflanze bereits seit der Antike als Heilmittel eingesetzt, woran sich bis heute nichts geändert hat. Inzwischen sind die gesundheitlichen Vorteile experimentell belegt und die Wirkungsmechanismen entschlüsselt.

Biologie

Salvia officinalis, bekannt als Echter Salbei, gehört zur Familie der Lippenblütler. Die mehrjährige, bis zu 80 Zentimeter hohe und als Halbstrauch wachsende Pflanze ist in Bodennähe verholzt. Die bis zu fünf Zentimeter langen, graugrünen und filzig behaarten Blätter sind schmal bis eiförmig elliptisch und relativ dick. Die violett-blauen Blüten werden zwischen Mai und Juli ausgebildet und locken eine Vielzahl verschiedener Insekten an. Salbei bevorzugt sonnige, trockene Standorte mit durchlässigem und kalkreichem Boden. Der Echte Salbei stammt aus dem Mittelmeerraum. Als traditionelle Pflanze von Bauerngärten wird er bereits seit dem Mittelalter kultiviert. Während die Pflanze aufgrund von mangelnder Winterhärte in Mitteleuropa kaum wild anzutreffen ist, wird sie noch heute weltweit angebaut.

Geschichte

Die Nutzung von Salbei als Heilpflanze reicht Jahrtausende zurück. Bereits in der Antike war Salvia officinalis wegen der heilenden Eigenschaften bekannt. Der Name «Salvia» leitet sich vom Lateinischen ab: «Salvare» bedeutet soviel wie heilen oder retten und verweist auf die medizinische Bedeutung der Pflanze.

Bereits bei den alten Ägyptern wurde Salbei hoch gelobt und zur Förderung der Fruchtbarkeit als auch zur Wundheilung eingesetzt. Der griechische Arzt und Lehrer Hippokrates (460–370 v. Chr.) empfahl Salbei als Mittel gegen Husten und Infektion. Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) wurde durch das Verfassen eines enzyklopädischen Werks zur Naturkunde namens «Naturalis historia» bekannt, in dem er Salbei als wirksam bei Verdauungsstörungen und Entzündungen beschrieb.

Im Mittelalter wurde Salbei in Klostergärten kultiviert. Hildegard von Bingen (1098–1179) lobte ihn als Mittel gegen Fieber und Verdauungsprobleme. Zu den Zeiten Karls des Grossen im achten Jahrhundert zählte Salbei zu einer der essenziellen Heilpflanzen. Laut den Gelehrten wirkte er gegen Pest, Infektionen und übermässiges Schwitzen. In der Renaissance wurde Salbei als Stärkungsmittel geschätzt und gegen Entzündungen und Zahnschmerzen eingesetzt.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Der Echte Salbei enthält eine Vielzahl bioaktiver Substanzen, die verschiedene pharmakologische Wirkungen hervorrufen. Das grünlich-gelbe ätherische Öl besteht unter anderem aus Thujonen, Kampfer sowie 1,8-Cineol und wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern gewonnen. Die letzteren beiden Inhaltsstoffe wirken schleimlösend und entzündungshemmend, da sie antibakterielle, antivirale und antimykotische Eigenschaften aufweisen. Gerbstoffe wie Rosmarinsäure sowie die enthaltenen Flavonoide wirken entzündungshemmend. Während die Gerbstoffe ausserdem wundheilend und schweisslindernd wirken, schützen Flavonoide vor oxidativem Stress. Echter Salbei enthält ausserdem adstringierende Bitterstoffe, die die Verdauung anregen und Magen-Darm-Beschwerden lindern.

Anwendung und Nebenwirkungen

Salbeipräparate können innerlich wie auch äusserlich angewendet werden. Bei ersterer Anwendung stehen die schweisshemmende Wirkung sowie die Linderung von Verdauungsproblemen im Vordergrund. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Halsschmerzen kann Salbei genauso äusserlich angewendet werden. Für innerliche Anwendungen stehen Tropfen und Tabletten zur Verfügung. Verdünnte Tropfen dienen allerdings ebenfalls zum Gurgeln und somit zur äusserlichen Anwendung. Die traditionelle Anwendungsart von Salbeitee ist auch heute noch sehr beliebt und bietet die Möglichkeit beider Anwendungsarten.

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