Wissen in Kürze
Kaum genetische Veränderungen seit der Bronzezeit auf griechischer Halbinsel
TEXT: REDAKTION
Die Halbinsel Mani ist einer der «Finger» am südlichen griechischen Peloponnes. An ihrer Südspitze liegt Mesa Mani, ein zerklüftetes, wildes Gebiet, deren Bewohner schon in der Antike weitgehend isoliert lebten. Forscher von der University of Oxford und der Universität Athen haben sich die Genetik der Menschen im Süden von Mani noch einmal genauer angeschaut. Sie analysierten die DNA des Y-Chromosoms und die mitochondriale DNA von 102 Bewohnern der Tiefen Mani und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Die Stammeslinien der Männer des südlichen Mani reichen zurück bis in die römische Antike, teilweise sogar bis in die Bronzezeit. Diese DNA der Bronzezeitgriechen ist anderswo nahezu vollständig verschwunden. Dafür fehlen im Erbgut der heutigen Mani-Griechen die genetischen Spuren von Germanen und Slawen aus der Zeit der Völkerwanderung, die im Genom nahezu aller anderen Europäer ihre Spuren hinterlassen haben. Auch spätere westeuropäische Einflüsse gibt es nur wenige.
Interessanterweise geht rund die Hälfte der heutigen Männer im Süden Manis auf nur einen männlichen Vorfahren zurück, der im fünften bis siebten Jahrhundert lebte. Die Analysen der nur über die mütterliche Linie weitergegebenen mitochondrialen DNA zeigen eine etwas grössere Vielfalt, was dafürspreche, dass ein Teil der Frauen aus anderen Gemeinschaften gekommen sei. Die heutigen Bewohner dieser Region seien die direkten Nachfahren der Menschen, die einst die einzigartigen Megalith-Bauten in der Gegend errichteten, so die britisch-griechischen Forscher.
Quelle: https://www.scinexx.de/news/archaeologie/diese-griechen-sind-genetisch-einzigartig/ (Communications Biology, 2026)
Bild: ©Voyagerix_AdobeStock

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