Zellgedächtnis

Zellgedächtnis hilft, Engstellen zu passieren

Wissen in Kürze

TEXT: REDAKTION

Embryonale Zellen, Abwehr-, Wundheilungs- oder Tumorzellen müssen sich auf ihrem Weg durch die Gefässe immer wieder durch enge Lücken im Gewebe zwängen. Forscher von der Universität und dem Biozentrum Basel und der Universität Mons in Belgien berichten nun, dass solche wandernden Körperzellen eine Art Gedächtnis besitzen. Sie konnten mithilfe speziell konstruierter Mikro-Strukturen zeigen, dass sich die Zellen ihre Form merken, die sie beim Passieren bestimmter Engstellen angenommen haben. Der Vorteil: Sie müssen nicht jedes Mal aufs Neue ausprobieren, wie und wo sie sich am besten an winzigen Hindernissen vorbeizwängen, wodurch sie sich schneller und effektiver durch die Engstellen bewegen können. Je nach Beschaffenheit dieser Engstelle nehmen die Zellen eine kompakte oder längliche Form an. Eine solche Veränderungen im Aktin-Gerüst bleibt im «Zellgedächtnis» bestehen. Für die Wundheilung oder die schnellere Bekämpfung von Infektionen könnte dies von Vorteil sein, so David Brückner aus Basel. Allerdings hat diese Fähigkeit auch eine Kehrseite: Besonders bewegungsfreudige Krebszellen können sich mithilfe ihres «Gedächtnisses» im Körper besser ausbreiten.

Quelle: Universität Basel (Nature Physics 2025)

Bild: Rasi / AdobeStock

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