Übergang zur Sesshaftigkeit

Sanfter Übergang zur Sesshaftigkeit

Wissen in Kürze

TEXT: REDAKTION

Der Übergang vom Jagen und Sammeln zur Landwirtschaft begann in Europa vor fast 9000 Jahren mit der Migration von Bauern aus der Ägäis und Westanatolien. Wissenschaftler der Universitäten Genf und Fribourg sowie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz konnten nun zeigen, dass dieser Wandel behutsam vonstattenging. Dazu entwickelten sie Computersimulationen, in die u. a. geographische, archäologische, populationsbiologische und genetische Informationen einflossen.

Nachdem die westanatolischen Bauern entlang der «Donau-Route» bis nach Mitteleuropa und Norddeutschland eingewandert waren, existierten die neuen und die bereits bestehenden Jäger- und Sammlerkulturen mehrere Generationen lang nebeneinander. Waren anfangs genetische Vermischungen noch selten, nahmen diese mit der Zeit lokal zu. Der neolithische Übergang sei also nicht durch gewaltsame Konfrontation oder vollständigen Austausch erfolgt, sondern durch ein längeres Zusammenleben und zunehmende Vermischung, so Erstautor Alexandros Tsoupas von der Uni Genf. Zudem konnten bei den Neuankömmlingen zeitweilige «Wanderungssprünge» über grosse Entfernungen festgestellt werden, die ihr Vordringen nach Mitteleuropabeschleunigten.

Quelle: Universität Genf (Science Advances 2025)

Foto: © stockdevil / AdobeStock

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