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Das Healthie ist das neue Selfie
Autor: Corinna Mühlhausen
Wenig hat die Popkultur der vergangenen Jahre so geprägt wie das Selfie. Die Möglichkeit, jederzeit ein Bild von sich (und anderen) aufzunehmen und blitzschnell zu teilen, ist fester Bestandteil der Netzwerk-Gesellschaft. Da scheint es nur folgerichtig, dass diese technische Möglichkeit nun auch den Bereich der gesundheitlichen Vor- und Fürsorge nachhaltig bereichert. Die ersten Anwendungen (zum Beispiel von Anura) changierten noch zwischen spielerisch und unseriös: Apps etwa, die nach Auswertung eines intensiven Selfies Aufschluss geben wollten über allerhand gesundheitliche Parameter – vom Puls über den Blutdruck bis hin zum individuellen Stresslevel. Schnell jedoch adaptierten die ersten Krankenversicherer diese Healthies. Wer sich dazu bereit erklärt, regelmässig ein ein- bis zweiminütiges Selfie-Video via Mobilphone von sich selbst aufzunehmen und die so ermittelten Daten mit seinem Versicherer zu teilen, wird mit vergünstigten Tarifen und Bonusprogrammen belohnt.
Andere Entwickler nutzen nun die gleiche Grundidee, um Anzeichen für weitere Krankheiten mithilfe der Smartphonekamera zu entdecken. Wissenschaftlern der RMIT-University ist es gelungen, eine App zu entwickeln, die innerhalb weniger Sekunden entscheiden kann, ob ein Mensch einen Schlaganfall erlitten hat. Dazu scannt die KI Gesichtsbewegungen und Sprachvermögen, die bei Schlaganfall-Patienten auf eine spezifische Art eingeschränkt sind. Darüber hinaus arbeiten Forschende des Singapore Eye Research Institutes an Früherkennungsmöglichkeiten von Nierenfunktionsstörungen. Auch hierbei kommen Bilder der Netzhaut zum Einsatz, die mit dem Smartphone aufgenommen und anhand von KI ausgewertet werden. Von der Selbstoptimierung bis hin zur echten Früherkennung: Gesunde Selfies bilden einen wichtigen Part in der Gesundheitswelt der Zukunft.

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