Serie: CEO im Gespräch
«Prävention gewinnt an Bedeutung»
Autor: PHILIPP KISSLING
Stefan Wälti über Wachstumschancen, den Einfluss von Influencern und das Markenbewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten.
Stefan Wälti, lebt man automatisch gesund, wenn man in der Gesundheitsbranche arbeitet?
Wer in unserer Branche tätig ist und sich täglich mit Menschen und Produkten beschäftigt, hat sicher ein hohes Bewusstsein zum Thema Wohlbefinden. Auch in der Rolle der Arbeitgeberin sind wir durch die Branche geprägt. Wir wollen ein Umfeld mit Raum für Verantwortung, Eigeninitiative und Freude schaffen sowie eine Kultur, in die sich die Mitarbeitenden einbringen können.
Welche Mittel halten Sie für unverzichtbar?
Da wir ein breites Sortiment für fast alle Bedürfnisse anbieten, führe ich eine entsprechend gut dotierte Hausapotheke. Sie enthält vom Schmerz- über Erkältungsmittel hin zu Dingen, die beim Wandern nützlich sein können sowie Probiotika. Zu meinen Favoriten gehören unter anderem Produkte der Marken Algifor, Triofan, Perskindol und Anti-Brumm.
Verfora positioniert sich als «erste Wahl für Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden». Wo sehen Sie Wachstumspotenzial?
Prävention gewinnt an Bedeutung. Menschen versuchen zunehmend, ihre Gesundheit zu fördern und Krankheiten vorzubeugen. Das wird verstärkt durch neue Technologien, ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein und den Fokus auf den Lebensstil wie Ernährung und Bewegung. Was sich zudem stark entwickelt, sind die dermo-kosmetischen Brands, die vor allem in Apotheken und Drogerien erhältlich sind und von Influencern im Internet beworben werden.
Werben Sie selber aktiv mit Influencern?
In bescheidenem Ausmass. In der Dermo-Kosmetik setzen wir auf Schweizer Influencerinnen, im OTC-Bereich sind wir in der Test- und Lernphase. Die reichweitenstarken Influencer kommen vor allem aus grossen Ländern wie Deutschland, Frankreich und den USA. Es ist erstaunlich, welche Dynamik entstehen kann. Das zeigt ein Beispiel aus Deutschland, als Influencer das Thema Blähungen und «flacher Bauch» aufgriffen und zeigten, wie Omni-Biotic die Darmflora positiv beeinflusst. Das Thema stiess auf grosses Interesse, worauf die Nachfrage nach dem Produkt merklich anstieg, besonders auch im Schweizer Fachhandel.
Verfora wurde 1951 «von Apothekern für Apotheker» gegründet. Wie hat sich die Dienstleistung seither entwickelt?
Die differenzierteren Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten erfordern spezifischere Produkte und eine entsprechende Beratung. Grundsätzlich müssen wir nach wie vor die richtigen Produkte zu marktgerechten Konditionen anbieten, sinnvolle Innovationen lancieren und mit Schulungen mithelfen, dass der Fachhandel die hohe Fachkompetenz bewahren kann.
Marken sind omnipräsent und beeinflussen uns bewusst und unbewusst. Auch im Gesundheitsmarkt?
Jein. Man muss nach Kategorie unterscheiden. Rund die Hälfte der Konsumentinnen und Konsumenten weiss, was sie beim Gang in die Apotheke will. Der Rest kommt mit dem Problem und benötigt Beratung. Die Leute müssen einem Produkt vertrauen können, denn es geht ja um ihre Gesundheit. Die Marke ist deshalb schon etwas Wichtiges.
Was wollten Sie als Bub werden?
Das änderte laufend. Ich spielte Tennis und bewunderte Andre Agassi, Jim Courier und Pete Sampras, also träumte ich davon, Tennisprofi zu werden. Auf der anderen Seite sah ich schon früh den Reiz darin, mit anderen Menschen gemeinsam Dinge zu bewegen und etwas Sinnvolles zu machen. Die Gesundheitsbranche passt da natürlich gut.
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