Axolotl mit antimikrobiellem Hautschutz
Wissen in Kürze
TEXT: REDAKTION
Unter dem Eindruck der zunehmenden Antibiotikaresistenz von Bakterien haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover untersucht, wie sich der Schwanzlurch Axolotl erfolgreich vor Krankheitserregern schützt. Dabei sind sie auf antimikrobielle Peptide (AMP) in der Schleimhaut des Molchs gestossen, die nicht nur gegen multiresistente Bakterien (MRSA) wirksam sind, sondern auch Krebszellen erfolgreich bekämpfen. Der Grund dafür liegt im chemischen Aufbau und Wirkmechanismus der AMP: Sie enthalten Aminosäuren mit positiver Ladung und haben wasserabweisende Anteile. Damit können sie an die Zellwand von Bakterien binden, kleine Löcher verursachen und in die Bakterien eindringen, was zum Tod der Mikroben führt.
Mittlerweile hat man in der Haut des Axolotls 22 wirksame AMP-Kandidaten detektiert und teilweise biochemisch synthetisiert. «Einige zeigen eine Wirksamkeit gegen MRSA, die mitunter sogar besser war als die des Reserveantibiotikums Vancomycin», erklärt die Biologin Sarah Strauß. Dies sei vor dem Hintergrund steigender Resistenzen auch gegen Reserveantibiotika besonders bedeutsam. Die Schleimhaut des Molchs hat daneben antikarzinogene Fähigkeiten: Drei der AMPs lösten bei Brustkrebszellen einen programmierten Zelltod aus, ohne gesunde Brustgewebszellen anzugreifen. «Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese identifizierten AMP vielversprechende Kandidaten für die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen und für Strategien zur Krebsbekämpfung sein könnten», so die Forscherin. In der Natur lebt der Axolotl am Grund des Xochimilco-Sees und der angrenzenden Kanäle in der Nähe von Mexiko-Stadt.
Foto: ©Micha/AdobeStock.com
Quelle: Medizinische Hochschule Hannover (PLOS 2025)

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